To-go-Produkte neuer Mehrweg-Standard?

Das Forum Plastikfreies Augsburg begrüßt den Vorschlag von Bundesumweltministerin Svenja Schulze, eine Mehrwegpflicht für To-go-Produkte einzuführen weitgehend.

Wer Lebensmittel zum Mitnehmen verkauft, soll ab 2023 auch eine Mehrwegvariante anbieten. Einwegbecher oder Behälter sollen aber nach wie vor möglich bleiben. Das Forum bemängelt allerdings, das viel schneller Handlunsbedarf bestünde und im Allgemeinen die Einstellung zu Pfandsystemen: Vor allem bei den größeren Ketten würden Pfandbecher etwa nur herausgegeben, wenn der Kunde nachfragt. Eine bessere Alternative wäre, den Pfandbecher standardmäßig herauszugeben und nur auf Nachfrage einen Einwegbecher herauszugeben.

 

Die Pressemitteilung des Forums Plastikfreies Augsburg:

Bundesumweltministerin Svenja Schulze möchte eine Mehrwegpflicht für To-Go-Produkte. Diesen Vorstoß begrüßt das Forum Plastikfrei, das sich für die Vermeidung von Müll und insbesondere Plastikmüll in Augsburg und Umgebung einsetzt.

„Es ist sehr einfach für Getränke und Speisen Becher sowie Teller zu verwenden, die nach dem Spülen wieder verwendet werden können. Das spart eine Menge Ressourcen und sorgt dafür, dass wir Müll vermeiden, den CO2-Ausstoss durch den Wegfall der Produktion und Transport dieser Einwegbehältnisse verringern und so einen wichtigen Beitrag zur Klimaneutralität leisten können”, so Sylvia Schaab, Sprecherin des Forum Plastikfreies Augsburg. Allerdings erscheint der Zeithorizont bis 2023 doch sehr lang: “Wir haben durch den Lockdown akut ein großes Müllaufkommen durch To-Go-Verpackungen. Da gibt es bereits jetzt dringenden Handlungsbedarf,” so Schaab.

Mehrweg spart Gastronomen viel Geld

Grundsätzlich sparen Gastronomen durch die Nutzung von Mehrweg-Geschirr eine Menge Geld, etwa indem sie kein Geld für Einwegverpackungen ausgeben müssen. Dass es günstiger ist, vorhandene Becher und Geschirr zu benutzen sieht man auch am Rabatt, den einige Restaurants und Cafés geben, wenn eigene Behälter mitgebracht oder Pfandbecher benutzt werden.

Natürlich ist es für große Fast-Food-Ketten ein größerer Umstellungsprozess als für das Restaurant an der Ecke, dennoch ist eine Umsetzung auch in kürzerer Zeit möglich. Zumal Einweg ja leider nicht gänzlich verboten werden soll. In diesem Fall hinkt die Politik meilenweit der Realität hinterher. Es gibt bereits zahlreiche Anbieter von Pfand-Mehrwegsystemen, auf die Gastronomen zurückgreifen können. 

Mehrwegbecher und Pfandsysteme sollten zum Standard werden

Was bisher leider häufig fehlt, ist der konsequente letzte Schritt, die Becher und Schüsseln der Pfandsysteme auch herauszugeben. “Wir beobachten gerade bei größeren Ketten, dass die Angestellten etwa Recup-Becher erst herausgeben, wenn der Kunde direkt danach fragt. Manchmal müssen sich die Verkäufer*innen auch erst erkundigen, wie das überhaupt geht,” berichtet Schaab aus den Erfahrungen.

Eine bessere Alternative wäre, den Pfandbecher standardmäßig herauszugeben und nur auf Nachfrage einen Einwegbecher herauszugeben. Leider haben einige Anbieter von Coffee-To-Go das Angebot von Mehrweg- und Pfandbechern derzeit aufgrund von Corona komplett eingestellt. Dabei stellt die Nutzung von Mehrweg-Behältnissen kein zusätzliches Risiko dar, wenn man die Hygiene-Richtlinien einhält. Wie das geht hat der Lebensmittelverband in einem Merkblatt ausführlich dargestellt: https://www.lebensmittelverband.de/de/aktuell/20200325-mehrweg-behaeltnisse-im-supermarkt-und-beim-mitnehmen-im-restaurant-was-zu-beachten-ist

19. Januar 2021