Polizeiaufmarsch im Klimacamp

Das Augsburger Klimacamp kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus. Gestern Abend rückte die Polizei am Klimacamp an. Anlass war die Container-Aktion der Aktivisten.

Diese hatten gerettete Lebensmittel aus Supermarkt-Mülltonnen verschenkt. In Deutschland ist das so genannte Containern allerdings verboten und wird als Diebstahl gehandhabt. Für die Aktivisten kam der Besuch der Polizei nicht unerwartet, schließlich hatten sie selbst die Aktion selbst angekündigt. Der Augsburger CSU-Chef Volker Ullrich fordert die Klimacamper inzwischen auf, das Camp endgültig zu räumen. Es pflege eine offenkundige Distanzlosigkeit zu linksextremistischen Einrichtungen und Organisationen – unter dem Deckmantel des Klimaschutzes.

Heute muss sich ein Mitglied des Klimacamps, Kim Schulz, vor dem Augsburger Amtsgericht verantworten. Er will Oberbürgermeisterin Eva Weber als Zeugin vorladen. Hintergrund zu diesem Fall: Am Tag des Augsburger Friedensfestes im vergangenen Jahr haben die Klimacamper ohne Genehmigung ein Plakat über am Rathaus aufgehängt mit der Aufschrift: „Mit Vollgas in die Klimakatastrophe“. Das Plakat bezog sich auf den jährlichen Ausstoß von CO2 der Stadt. Die Stadt entfernte das Banner und schaltete die Polizei ein. Das Amtsgericht verdonnerte daraufhin Kim Schulz zu einer Geldstrafe von 1600 Euro. Er soll nämlich an dem Tag Versammlungsleiter im Klimacamp gewesen sein. Schulz legte Einspruch ein und so kommt die Sache am Mittwoch erneut vor Gericht. Diesmal will Schulz allerdings Oberbürgermeisterin Eva Weber in den Zeugenstand laden. Dass es allerdings tatsächlich so weit kommt ist eher unwahrscheinlich.

4. Mai 2022