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17.07.2020

Urlaub in Deutschland - Ihre und unsere persönlichen Tipps

Corona hat unsere Urlaubspläne mächtig durcheinandergewirbelt. Aber so schön es hier bei uns in Augsburg und der Region auch ist, mal etwas Anderes sehen, das tut schon mal gut. Da sich viele in diesem Jahr für einen Urlaub in Deutschland entscheiden, haben wir Ihnen einige Reiseziele in unserem schönen Land vorgestellt. Wir haben einige persönliche Hörer-Tipps gesammelt und auch aus unserer Redaktion kommen einige Geheimtipps... Vielleicht ist ja auch etwas für Sie dabei?!

Mit-dem-Fahrrad-am-Fluss-entlang-Urlaub in Baden-Württemberg (Tipp von unserem Hörer Stefan)

Stefan hat sich auf einen Fahrradtripp durch Baden-Württemberg begeben, immer an Flüssen entlang – meist an der Donau, aber auch am Neckar und am Kocher. Besonders beeindruckt hat ihn auf seiner Reise die Donau, weil sie nicht immer der große Fluss ist, für den man sie hält, sie kann auch ganz klein und schön. Und auch die vielen kleinen Städtchen mit Geschichte und Fachwerk haben ihm besonders gut gefallen, Rottweil, Ehingen oder Sigmaringen zum Beispiel. Alles schöne kleine sympathische Städte, die vom Krieg verschont wurden. „Die Schönheit der Schwäbischen Alb“ hat Stefan auch beeindruckt – die liebliche hügelige Landschaft dort und die Ruhe, die er dort gefunden hat. Sein Tipp außerdem: auf ausgeschilderten Radwegen bleiben (Kocher-Radweg und Neckar-Radweg etwa sind mit Logos versehen; einfach immer den Logos folgen, dann muss man sich nicht um den richtigen Weg kümmern).

 

Urlaub im Sauerland (Tipp von unserer Hörerin Cora)

Viele Berge, viele Stauseen und viele Wander- und Radwege – das ist das Sauerland. Das Sauerland ist eine Mittelgebirgsregion in Westfalen und, je nach Definition, zum Teil auch in Hessen. Wirtschaftlich war die Region neben der Land- und Forstwirtschaft vom Erzbergbau sowie der Eisen- und Metallindustrie geprägt. Heute existiert eine überwiegend mittelständische Industrie. Insbesondere im höher gelegenen Ostteil der Region, dem Hochsauerland, ist der Tourismus von großer Bedeutung. Für Kinder gibt es viele Erlebniswanderwege sowie Wasserspielparks mit Wasserrutschen und –spielen. Die schönste Stadt im Sauerland - für unsere Hörerin Cora - ist Brilon. Die Stadt liegt im östlichen Sauerland und hat etwa 25.000 Einwohner. Vor allem der historische Stadtkern mit den vielen Fachwerkhäusern lädt zum Verweilen ein.

 

An der Donau bei Sigmaringen (Tipp von unserer Hörerin Marianne)

Die Donau hat sich in dieser Region ganz wunderschön in die Felsen eingegraben. Man kann dort wunderbar wandern und Radfahren und hat einen tollen Ausblick.  In Sigmaringen gibt es einen Schaukelweg - besonders beim Urlaub mit Kindern prima. Das ist ein Rundweg an der Donau entlang, an dem insgesamt 12 Schaukeln stehen. Der Weg führt auch an einem renaturierten Teilstück der Donau und einem Naturbeobachtungsturm vorbei.

Im Fürstlichen Park bei Inzigkofen, der bei heißen Temperaturen angenehmen Schatten spendet, kann der Amalienfelsen bewundert werden, dieser ragt 28,6 Meter über den Wasserspiegel der Donau. Rundherum gibt es auch interessante Höhlen und oberhalb des Amalienfelsens befindet sich eine Hängebrücke für Fußgänger über die Donau. Und einen Regentag kann man nutzen das Hohernzollernschloss in Sigmaringen zu besichtigen.

Noch ein Tipp für Abenteuerlustige: auf der Donau kann man prima Kajakfahren. Geführte Kajaktouren über die noch junge, aber doch wilde Donau machen einen riesen Spaß. 

 

Spreewald (Tipp von unserer Hörerin Simone)

Besonders schön ist der Ort Lübben im Spreewald. Der liegt inmitten von Feldern, denn im Spreewald wird ja auch viel angebaut, zum Beispiel die bekannten Spreewaldgurken. Näher am Wasser zeigen sich dann aber auch der schöne Wald und die überwachsenen Kanäle.

Ein Urlaub im Spreewald ist vor allem etwas für Outdoor-Fans. In jedem Ort gibt es verschiedene Fahrradverleihe, sodass verschiedene längere oder kürzere Touren geplant werden können, zum Beispiel über den Gurkenradweg. Diese Rundtour von Lübben über Lübbenau, Lehde (dort gibt es ein Gurkenmuseum) und Cottbus ist 260 km lang, lässt sich in 8 Etappen unterteilen oder eben in Teilstrecken befahren. In Lübbenau geht die Strecke zum Beispiel die ganze Zeit am Damm entlang, immer wieder gibt es Rastplätze für eine Brotzeit.

Auch zum Kanufahren lädt der Spreewald natürlich ein. Am Kanuverleih bekommt man dann eine Karte und kann sich einfach wie man mag seinen Weg durch das verzweigte Kanalnetz suchen, vorbei an idyllischen Häusern, handbetriebenen Schleusen und durch romantische Brücken. 

Wer mal etwas weniger aktiv sein will, der kann sich auch bei einer Kahnfahrt von Spreewalddorf zu Spreewalddorf staken lassen. In Lehde gibt es außerdem ein Freilichtmuseum, das zeigt, wie die Menschen dort früher gelebt haben. Und da der Spreewald UNESCO Biosphärenreservat ist, gibt es in Lübbenau auch ein Besucherzentrum mit vielen Infos über die Natur und die Tiere dort. Tiere sieht man übrigens mit etwas Glück auch unterwegs, zum Beispiel Bisamratten oder Nutrias.

 

Schwarzwald (Tipp von unserer Hörerin Sabine)

Im Münstertal sind besonders empfehlenswert das Schwarzwaldhaus 1902, bekannt aus der SWR Dokumentation von 2002, das Bienenkundemuseum, welches eines der größten Bienenmuseen der Welt ist, und das Besuchsbergwerk, wo früher Silber abgebaut wurde. Neben Freiburg ist auch der Nachbarort Staufen sehr attraktiv. Staufen sieht ein bisschen aus wie Mini-Freiburg mit altem Stadtkern und kleinen „Bächle“ sowie einer Burgruine. Leider ist das Zentrum gefährdet, da sich der Boden seit einer Geothermie Bohrung hebt und viele der alten Gebäude haben schlimme Risse.

Attraktionen wie der Europapark Rust sind durch die Corona-Auflagen vielleicht eher schwierig. Andererseits ist an den Hotspots wie Titisee vielleicht weniger los als normal, da dies sonst standardmäßiger Punkt für jede asiatische Reisegruppe ist und oft überlaufen.

Auf jeden Fall kann man im Schwarzwald ganz tolle Wandertouren machen. Der Wald bietet Schatten wenn es heiß ist und ist wunderbar mystisch bei Regen/Nebel. Auf den Belchen kann man z.B. mit der Gondel fahren und runter laufen. Der Feldberg ist ein tolles Wandergebiet mit vielen Hütten. Auch vom Schauinsland hat man eine tolle Aussicht nach Frankreich und zu den Alpen. Und seit neustem kann man im Naturpark Schwarzwald auch Trekking machen, also in der Natur übernachten.

Wer etwas Genuss möchte, dem empfiehlt Sabine das Romantikhotel Spielweg in Münstertal. Familiengeführt, sehr gemütlich und mit exzellenter Küche. 

 

Niederrhein (von Katharina van der Beek)

Bei Nordrhein-Westfalen denken ja viele erstmal große Städte und viel Industrie, der Niederrhein ist aber tatsächlich total idyllisch und malerisch. Ganz typisch sind ja die Kopfweiden die über die Seen und Flüsse ragen und sich im Wasser spiegeln, es gibt ausgedehnte Wälder genauso wie Bruchlandschaften, Wachholderheiden, hunderte idyllische Wasserburgen, oft mit Gastronomie drin und auch schöne Städte mit historischer, romantischer Innenstadt.

Besonders Fahrradfahrer kommen hier auf Ihre Kosten, weil es eben sehr flach ist und es viele schöne gut ausgeschilderte Radwege gibt. Empfehlenswert ist zum Beispiel der Niers-Radwanderweg. Da kann man 100 km Niederrhein pur erleben. Der Radweg startet in der Nähe von Mönchengladbach und geht dann an der Niers entlang bis sie in Gennep in die Maas mündet. Das ist dann schon in den Niederlanden, da kann man also auch mal schnell einen Abstecher ins Nachbarland machen und lecker Poffertjes (eine Art Mini-Pankcakes) oder Pommes mit Erdnusssauce essen.

Sehr schön ist vor allem auch die Klever Gegend. In Kleve selber, früher Kurstadt Bad Cleve, gibt es sehr viel Geschichte zu entdecken. Wahrzeichen ist die Schwanenburg, deren Turm schon von weitem zu sehen ist. Außerdem gibt es eine historische Gartenanlage, aus dem 17. Jahrhundert, die von Berlin bis Versailles vielfach als Anregung diente. Und ein auch ein Highlight: Emmerich am Rhein. Die Hansestadt liegt gegenüber von Kleve auf der anderen Rheinseite und dahin führt die längste Hängebrücke Deutschlands - auch die Golden Gate Bridge des Niederrheins genannt. Die und auch die vielen spannenden Schiffe auf dem Rhein kann man besonders in der Abendsonne von der Rheinpromenade aus bewundern.

 

Ostfriesland (Kristina Apelt)

Die Osterfriesen bringt nichts aus der Ruhe , nicht mal die Witze über sie. Es geht einfach ein „bischen“ gelassener zu da oben. Im Norden haben die Leute noch Zeit – gerne auch, um miteinander zu „schnacken“, also zu ratschen. Da gibt’s ja auch das Sprichwort „In der Ruhe liegt die Kraft“ - Das ist bestimmt im Norden erfunden worden. Und der berühmteste Sohn Ostfrieslands ist natürlich Otto – das sagt ebenfalls eine Menge aus über den Volkscharakter da oben. Wahrscheinlich ist Ostfriesland für die meisten Menschen richtig: Es sei denn, jemand mag es superheiß. In der ostfriesischen Luft liegt vor allem Entspannung – die Landschaft ist bretterleben, aber nicht langweilig: Es gibt Moore, Deiche und natürlich viele, viele Schafe. Der Blick kann weit schweifen – bei gutem Wetter von der Küste über das Wattenmeer –bis hin zu den ostfriesischen Inseln: Übrigens ist der Nationalpark Wattenmeer allein schon eine Reise wert! Einmal im Leben eine Wattwanderung – das ist ein MUSS. Die Sandstrände auf den Inseln sind ein Traum: weiß, weich und lang, der Sand knirscht so richtig unter den Füßen, um solche Strände zu finden, muß man sonst weit weg fliegen. Wer die Einsamkeit sucht, wird sie auf der Insel Spiekeroog finden, wer auch Party will, ist auf Norderney richtig. Die Luft tut den Lungen gut und die meistens ziemlich raue Nordsee ist einfach nur schön. Dass das Wetter dort immer schlecht ist, ist ein Vorurteil. Es ist natürlich praktisch immer windig , Sonne und Regen wechseln sich gerne und schnell ab, es ist aber nie lange schlecht. Richtig schiiet Wetter gibt’s bekanntlich auch nicht, nur schlechte Kleidung – ich glaube, auch dieser Spruch kommt aus Ostfriesland. Und zum Aufwärmen gibt’s Ostfriesentee mit Kluntjees, das ist Schwarzer Tee mit Kandiszucker – dazu noch eine Ostfriesentorte, da bleibt man warm. Fahrradfahren ist hier nicht nur Sport, sondern gehört zum Alltag. Jeder fährt ständig irgendwohin. Fahrradwege gibt es daher einfach überall. Übrigens kann man auf ihnen von der Ems bis in den Ruhrpott fahren. Der einzige Nachteil: Ich weiß nicht, woran das liegt – aber auf dem Fahrrad hat man immer Gegenwind.

Sächsische Schweiz (Tipp von Eva Fischer)

Der Nationalpark Sächsische Schweiz liegt südöstlich von Dresden am Rande des Erzgebirges, ist also mit dem Auto von Augsburg aus in ca 5 Stunden erreichbar und vor allem für Wanderer und Mountainbiker ein Highlight. Der wohl bekannteste Ort im Nationalpark ist die Bastei  und die steinerne Festung, die mitten in diese zerklüftete Berglandschaft hineingebaut ist. Die Landschaft besteht dort aus vielen Felsen, die wie riesige Hinkelsteine in den Himmel ragen und über Steinerne Brücken und Aussichtsplattformen verbunden sind. Von dort aus kann man über das ganze Elbsandsteingebirge blicken, auch 200 Meter runter ins Elbtal wo der Fluss eine Biegung macht. Leider ist dieses Highlight gerade im Sommer sehr überlaufen.

Die Sächsische Schweiz ist Deutschlands einziger Felsennationalpark und hat viele tiefe Schluchten und bizarre Felsformationen  wie den Falkenstein oder die Schrammsteine. Ein ganz besonderes Erlebnis ist das Boofen, das Übernachten unter einem Felsvorsprung.  Und was auch immer sehr schön ist: eine Fahrt über die Elbe . Man kann mit dem Floß, mit dem Schlauchboot oder mit dem Kanu ganz gemütlich durch diese Elbbiegungen schippern.

Übrigens, die Sächsische Schweiz hat auch schon zahlreiche Künstler in ihren Bann gezogen. Der Maler Caspar David Friedrich soll sich hier besonders wohl gefühlt haben und auch Hollywood-Regisseure haben die Region schon für sich entdeckt. Filme wie „Der Vorleser“, „Der König von Narnia“ oder Quentin Tarantinos „Inglorious Basterds“ wurden hier gedreht.

 

Bodensee-Region (Tipp von Susanne Bosch)

Die Bodensee-Region ist zum einen nicht weit weg und zum anderen einfach wunderschön und vielfältig. Mit Österreich, der Schweiz und Deutschland grenzen drei Länder an den Bodensee.

Auf deutscher Seite besonders schön sind die eher kleineren Städtchen, Meersburg oder Überlingen etwa. Auch Lindau mit seinem sehenswürdigen Hafen ist ein Ausflug wert, aber hier ist es doch ziemlich touristisch. Nicht mehr direkt am Bodensee, aber nicht weit weg ist Ravensburg – ein hübsches Städtchen mit netten Geschäften. Meine liebste Stadt am Bodensee ist aber Konschdanz (!). Eine geschichtsträchtige und zugleich moderne Stadt mit vielen Gassen, Cafes und Geschäfte. Wer im westlichsten Eck des Bodensees übernachten möchte, dem lege ich die Insel Reichenau ans Herz oder die Halbinsel Hoeri. Natürlich gibt es auf deutscher Seite aber auch die weltbekannte Insel Mainau, es gibt viele Radwege und Familien lieben den Affenberg bei Salem.

Vielleicht dürfen´s dann auch Ausflüge in die angrenzende Schweiz und nach Österreich sein?

Auf Schweizer Seite ist der Rheinfall von Schaffhausen eine Schau – ein Naturspektakel, wie das Wasser da herunterrauscht. Manche stürzen sich hier auch mit dem Kanu in den Fluten. Auch Zürich ist nicht weit weg: Da muss man natürlich für die Tasse Kaffee schon ziemlich weit in die Tasche greifen, alles ist sehr touristisch und trotzdem ist die Stadt – vor allem wegen ihrer Lage am Zürichsee einen Ausflug wert. Außerdem gibt’s hier den Säntis: Dort kann man wunderbar wandern, es gibt eine Schwebebahn, Sonnenterrassen, Panorama-Restaurants und einen Naturerlebnispark.

Österreich gehört das kleinste Stückchen am See ganz im Osten – also von uns aus gesehen das am Nächsten gelegene. Bregenz ist ein schönes Städtchen, wer aber hier ist, sollte unbedingt mit der Bahn hoch auf den Pfänder fahren. Der Blick über den See ein Traum! Und von hier aus dauert es übrigens nur eine Stunde bis wir in der Hauptstadt von Liechtenstein sind, in Vaduz, habe ich selbst aber bis heute nicht geschafft ;)

 

Mecklenburgische Seenplatte (Katharina van der Beek)

Die Mecklenburgische Seenplatte ist zugegebenermaßen kein Geheimtipp, aber immer eine Reise wert! Eindrucksvoll ist besonders die viele Natur und vor allem, wer im Urlaub auch ein bisschen sportlich sein will, der ist da genau richtig. In der Region kann man wirklich schöne mehrtätige Touren mit dem Kanu oder Kajak durch den Nationalpark machen, auch durch recht unberührte Natur, vorbei an seltenen Tieren wie dem Eisvogel, Seerosenfeldern aber auch bunten Bootshäusern. Wer’s ein bisschen gemütlicher haben will, kann sich natürlich auch ein Boot (damit kommt man nur halt dann nicht in den Nationalpark). Und wer sich nicht ins Kanu traut, der kann die Seen auch mit dem Fahrrad entdecken. Es gibt einfach so viele Seen, dass man immer wieder auch ungestörte Ecken am See findet zum baden gehen. Hier lohnt es sich auch die Menschen vor Ort zu fragen.

Auch für Familien lohnt sich ein Besuch an der Seenplatte. Die Müritz zum Beispiel ist an einigen Stellen sehr lange sehr flach, sodass kleine Kinder hier gut Baden können. Und wenn es zwischendurch mal was anderes sein soll als schwimmen: An der Großseenplatte am Plauer See gibt es den Bärenwald, da leben Bären, die aus schlechter Haltung gerettet worden sind. Kinder können dort ganz spielerisch über Bären lernen, aber auch für Erwachsene ist ein Besuch faszinierend. Und noch ein Tipp: unterwegs nicht vergessen Räucherfisch zu essen!

 

Fränkische Schweiz (Julia Preuß)

Ein Besuch der Fränkischen Schweiz ist immer ein bisschen wie eine Reise in die Vergangenheit. Es ist eine sehr eindrucksvolle Landschaft: es gibt viele Wälder und Berge mit Burgen und Ruinen darauf. Die Region ist außerdem bekannt für ihre mächtigen Felsen mit geheimnisvollen Tropfsteinhöhlen, über 1000 Stück gibt es in der Fränkischen Schweiz, dazwischen schlängeln sich kleine Flüsschen hindurch und an jeder Ecke kann man Geschichte erleben.

Besonders empfehlenswert Kanufahren auf der Wiesent, vorbei an den riesigen Felsvorsprüngen. Und ein Besuch in der Teufelshöhle in Pottenstein ist fast ein Muss – es ist die größte Höhle der Fränkischen Schweiz. Dort ist auch die Burg Pottenstein gleich ums Eck. Wer Lust auf Museum hat, kann ins Meerrettich-Museum nach Baiersdorf. Dort in der Region wird die Wurzel nämlich angebaut oder, was viele nicht wissen: Der Jeans-Erfinder Levi Strauss ist in Buttenheim geboren, im Museum dort gibt es viel Spannendes über den Siegeszug der Jeans zu entdecken. Abschluss eines jeden Tages ist ein Besuch auf'm Keller! Ja, AUF'M Keller. Grundsätzlich ist ein Keller im Fränkischen einfach ein Biergarten. Weil es früher keine technischen Kühlanlagen gab, haben die Brauer ihr Bier in Felsenkellern gelagert – im Felsen. Darüber ist dann praktischerweise gleich ein Schankbetrieb errichtet worden – hübsch angelegt unter Kastanienbäumen, weil die ja Schatten spenden. Also, geht man in Franken eben auf den Keller und von diesen Biergärten gibt es in der Fränkischen Schweiz wirklich jede Menge!

 

Halbinsel Fischland-Darß-Zingst (Eva Fischer)

Die Ostsee ist in diesem Jahr wohl eines der beliebtesten Reiseziele innerhalb Deutschlands. Die Kreidefelsen auf Rügen, der Leuchtturm auf Fehmarn oder die Insel Usedom, das sind alles berühmte Sehenswürdigkeiten. Aber haben Sie schon einmal etwas von der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst gehört? Da haben wir vor Kurzem Urlaub gemacht und waren begeistert. Man hat wirklich das Gefühl, in einem unberührten Fleck Natur zu sein. Die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst liegt auf halber Strecke zwischen Rostock und Stralsund. Auf der ganzen Halbinsel gibt’s weniger als 10.000 Einwohner und das obwohl sie gut 45 Kilometer lang ist. Stattdessen gibt es ganz viel Natur und obwohl es schon touristisch ist, ist es nicht überlaufen. Es gibt da nicht diese riesigen Hotelburgen, sondern hauptsächlich Ferienwohnungen oder Campingplätze. Der Strand ist nicht zugepflastert mit Strandkörben und sogar in den Hauptorten gibt’s fast nur Einfamilienhäuschen mit großem Garten, ganz viele haben noch die traditionellen Reetdächer und natürlich die traditionellen bunten Haustüren.Der Norden der Halbinsel besteht aus kilometerlangen Dünenstränden, wo es ganz weit flach in die Ostsee hinein geht – perfekt zum Baden mit Kindern. sogar in der Hauptsaison ist da wenig los. Strandkörbe gibt’s nur wenige, aber Toiletten und kleine Kioske schon. Also perfekt gerade jetzt in Corona-Zeiten, wo wir ja eh Abstand halten sollen.Auf der Westseite der Halbinsel ist ist der wilde Weststrand, da gibt’s eigentlich nichts außer hohen Wellen, die berühmten Windflüchter, diese Bäume, die vom Wind ganz krumm und schief gewachsen sind und ganz naturbelassene urige Strände. Und es gibt riesige Naturschutzgebietsflächen. Zum Beispiel östlich von Zingst das Vogelschutzgebiet Pramort, in das man nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad reinkommt mit der Hohen Düne und einen Aussichtspunkt, von dem aus man bei gutem Wetter bis Hiddensee sehen kann.Das Gute an der Ostsee ist, dass das Wetter eigentlich selten und nie den ganzen Tag nur schlecht ist. Wir waren sogar bei Wolken, Wind und 15 Grad noch gerne am Strand, dann eben mit langer Hose und Windjacke. Auch das hat seinen Charme. Und an solchen Tagen sind sogar die Seebrücken in den Hauptorten Zingst und Prerow nicht überfüllt.Ansonsten kann man ganz prima Ausflüge machen, zum Beispiel von Prerow aus durch den Darßer Ur-Wald zum Leuchtturm am Darßer Ort und den Weststrand. Dort gibt’s auch ein kleines Museum. Oder man macht mit einem Ausflugsboot oder einem der alten Zeesenboote eine Rundfahrt über den Bodden, das ist das Gewässer zwischen der Halbinsel und dem Festland. Das ist auch weitgehend Naturschutzgebiet und ein Paradies für Vögel. Da nisten jedes Jahr abertausende Reiher, Kraniche, Störche, Schwäne und und und. Also ein Fernglas mitnehmen.Und wer ein bisschen mehr Action braucht, sowohl Rostock als auch Stralsund sind nicht mal eine Autostunde entfernt und es gibt in der Region auch mehrere Freizeitparks.

Und noch ein kleiner Tipp am Schluss: Auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst brauchen Sie so gut wie nie das Auto. Es gibt ganz viele schöne Fahrradwege und in jedem noch so kleinen Ort finden Sie auch einen Fahrradverleih.

 

Thüringen (Katharina Van der Beek) 

Wer nach Thüringen reist, der sollte auf jeden Fall in der Landeshauptstadt halt machen, in Erfurt. Die mittelalterliche Innenstadt ist leicht zu Fuß zu erkunden, mit einem Spaziergang durch die vielen kleinen Gässchen. Ein Muss ist der Besuch der Krämerbrücke. Das ist die längste, durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas. Dicht an Dicht stehen dort die kleinen, schiefen, bunte Fachwerkhäuschen nebeneinander, sodass die Gera die darunter fließt gar nicht zu sehen ist. Auf der Krämerbrücke gibt es viele kleine Läden mit Kunsthandwerk, Thüringer Blaudruckstoffen oder Lauschaer Glas. Auf einer Seite der Brücke befindet sich die Ägidienkirche, deren Turm man besteigen kann um dann in Richtung Dom über die Stadt zu schauen. Hinter der Brücke ist Klein Venedig. Dort fließt die Gera verzweigt weiter, sodass kleine Inseln entstehen - ein idyllischer und ruhiger Ort mitten in der Innenstadt. Sehr beeindruckend ist auch der Erfurter Dom, zu dem man über eine 70-stufige Treppe gelangt. Besonders Abends, wenn der Dom St. Marien und die daneben stehende Kirche St. Severi angestrahlt werden, ein sehr imposanter Anblick. Im Turm des Domes befindet sich außerdem die weltweit größte mittelalterliche freischwingende Glocke, die „Gloriosa“. Neben dem Dom befindet sich der Petersberg. Dort gibt es die Zitadelle, eine alte Stadtestung, die besichtigt werden kann und der Petersberg bietet nochmal einen schönen Blick auf die Stadt. Neben Erfurt ist natürlich auch Weimar sehr empfehlenswert. Dort befinden sich das Wohnhaus von Schiller, Goethes Gartenhaus oder das Bauhaus-Museum. Und auch ein Besuch der Wartburg lohnt sich. Sie ist UNESCO-Welterbestätte, thront imposant über Eisenach und spiegelt 1000 Jahre deutsche Geschichte wieder. So befindet sich dort auch die Kammer, in der Martin Luther die Bibel ins deutsche Übersetzt hat. Neben Kultur bietet Thüringen aber auch viel Natur. Im grünen Herzen Deutschlands liegt der bekannte Wanderweg „Rennsteig“ Fast 170 km lang, kann man hier mehrere Tage wandern, es sind aber auch Tagestouren möglich, durch den Wald, vorbei an blühenden Bergwiesen und immer auch auf Aussichtspunkte, die eine atemberaubende Sicht auf den Thüringer Wald bieten.

 

Rhein/ Mosel- Region (Tipp von Susanne Bosch)

Unser Tripp hat fast an der Grenze zu Luxemburg begonnen, in Trier. Die bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt – die Porta Nigra – ist schnell angeschaut und hat mich persönlich nicht in Staunen versetzt, auch wenn das älteste römische Stadttor nördlich der Alpen Weltkulturerbe ist. Aber die Innenstadt von Trier mit ihren Fachwerkhäusern ist sehr schön und einen Besuch wert. Von Trier aus sind wir in nördlicher Richtung an der Mosel entlang Richtung Koblenz gefahren. Die Mosel schlängelt sich hier durch schöne Landschaften hindurch an vielen kleinen Städtchen vorbei - immer eingefasst von unzähligen Weinbergen. Radwege führen direkt an der Mosel entlang, hier gehen auch viele zum Wandern und es gibt überall Wohnmobilstellplätze. Fährt man von Trier bis Koblenz mit ein paar kurzen Fotostopps durch, ist man in etwa drei Stunden angekommen, allerdings rate ich dazu, sich etwas mehr Zeit zu lassen und vielleicht sogar eine Übernachtung einzulegen.

In Koblenz mündet dann die Mosel in den Rhein (sogenanntes Deutsches Eck). Ab hier sind wir dann – entgegen der Fließrichtung – den Rhein „hinuntergefahren“ - bis zum Niederwalddenkmal (bei Bingen/ Rüdesheim). Das hier ist das schönste Stückchen Rhein, nicht umsonst ist dieses „Obere Mittelrheintal“ Weltkulturerbe.  Am bekanntesten ist auf dieser knapp 70 Kilometer langen Strecke der Loreley-Felsen (Die Lore Lay geht auf eine Ballade von Clemens von Brentano zurück, die auch danach von vielen Autoren aufgenommen wurde. Es heißt, viele Männer – vor allem Schiffer – sind ihrem schönen Gesang hoch oben auf dem Felsen gefolgt und wurden so ins Unglück getrieben; man muss wissen, der Fluss ist an dieser Stelle besonders eng). Der Rhein ist auf seinem schönsten Stück lange nicht so kurvenreich wie die Mosel und viel breiter, hier sind natürlich auch größere Schiffe unterwegs. Ich persönlich empfinde die Gebiete um die Mosel als heimeliger und idyllischer, allerdings lassen sich – wie unser kleiner Tripp zeigt – beide wunderbar miteinander zu verbinden. Meine persönlichen Tipps für den Rhein: Unbedingt bei der Rheinschleife auf Höhe Boppard mit dem Sessellift nach oben fahren und dort im Biergarten den wunderbaren Ausblick genießen (überhaupt gibt es an Rhein und Mosel mehrere Sessellifte). Und wenn Sie sich schon aufmachen in Richtung Rhein, unbedingt das Rheingau mitnehmen. Das ist das kleine Stückchen, auf dem der Rhein nicht in Süd-Nord-Richtung verläuft, sondern in Ost-West-Richtung. Im Grund umspannt es nur das Stückchen zwischen Mainz/Wiesbaden und Bingen. Mein Favorit hier: die Aussicht vom Tempel am Niederwalddenkmal (Höhe Rüdesheim), das wunderschöne Städtchen Eltville und die Weinprobierstände – kleine Häuschen, aus welchen heraus Wein (vor allem der für die Region bekannte Riesling) verkauft wird; hier kann man auch nur kleine Gläschen bestellen und sich somit schön „durchprobieren“ :)