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13.02.2020

Willi-Ohlendorf-Preis für Josef Pröll

Der Augsburger Filmemacher Josef Pröll hat den Willi-Ohlendorf-Preis der Bobinger SPD-Stadtratsfraktion erhalten. In Anwesenheit der Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, wurde Pröll für seine filmische Erinnerungsarbeit über Augsburger Opfer des Nationalsozialismus ausgezeichnet. Prölls Eltern waren beide als politische Verfolgte des NS-Regimes in Gefängnissen und Konzentrationslagern.

In seinem jüngsten Film "Die Stille schreit" erzählt Josef Pröll die Geschichte der jüdischen Familien Friedmann und Oberdorfer, die als angesehene Bürger in Augsburg lebten, ehe sie nach der Machtergreifung gezwungen wurden, ihren Besitz an "Arier" zu verkaufen. Pröll beschreibt, wie ein solcher Raubzug auch nach 1945 kaum thematisiert, geschweige denn kritisiert wurde.

Einen Tag vor ihrer Deportation nahmen sich die Friedmanns gemeinsam mit Freunden in Augsburg das Leben. Ihr Sohn konnte über Italien und England in die USA fliehen. Die Oberdorfers wurden in Auschwitz ermordet.

Der Bobinger Ingenieur Willi Ohlendorf, nach dem der Preis benannt ist, war im Dritten Reich im sozialistischen Widerstand aktiv. Er wurde 1938 festgenommen und starb 1944 in einem Außenlager des KZs Buchenwald.